19. April 2011
von Dürrenmatt wurde schon oft
verfilmt, in Theatern gespielt und jeder hat es gelesen, der auf seine Bildung
achtet (oder zumindest hat er es vor). Typischerweise gefallen mir die neueren
Verfilmungen nicht, wie auch schon mal der von Buddenbrooks. Sie sind häufig
modernistisch, wollen etwas dazugeben, spiegeln Überheblichkeit wider: Der Autor
ist nicht gut genug (veraltet oder was auch immer), man kann ihn besser machen.
Nicht so der Film des österreichischen
Nikolaus Leytner aus dem Jahre 2008. Er
ergänzt zwar die Geschichte mit eigenen Details (Autounfall) und versetzt sie in
die Gegenwart (Klara kommt mit dem Hubschrauber an), aber er macht das voll im
Geiste des Autors. Er hat ihn zutiefst verstanden und die Vervollständigung
hätte auch von ihm kommen können, hätte er das Stück 50 Jahre später geschrieben.
Der Willen des Filmemachers fügt sich voll in den Willen des Schriftstellers
hinein und bereichert ihn durch seine Kreativität.
So verstehe ich auch die Beziehung
des freien Willens des Menschen zu Gottes Willen. Je tiefer man versteht, wie
Gott denkt, welche Dinge er mag und welche nicht, was er beabsichtigt, desto
leichter ist es, seine eigenen Entscheidungen Ihm gefällig – und das heißt, gut
– zu treffen. So wie der Film das Theaterstück bereichert, kann der Mensch durch
seine Kreativität Gottes Schöpfung, unsere Welt ergänzen, entfalten, zu
Vollendung bringen. Die Voraussetzung dazu ist, Ihn zu
kennen und zu verstehen –
und das ist nur die
persönliche Beziehung mit Ihm möglich.